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DIE RADIERER

 

   



DIE RADIERER
Der Andalusische Bär

VÖ: 15.02.2008
CD ZickZack ZZ 2023



Booking:
ZickZack-Agenten
info@zickzack-agenten.de
www.wsfa.de/zickzackagenten
Vertrieb:
Indigo (D), Hoanzl (A), RecRec (CH)

Downloads:
www.finetunes.net


 


 

 

 

 

 

 

Download Pressefoto:


(Fotos: Bernd Bodtländer)

Links:

www.myspace.com/radierer
www.die-radierer.de
www.derandalusischehund.com

 
   
 
 

„Einiges spricht dafür, dass Deutschland die Postpunk-Nation Nummer zwei war, noch vor Amerika“, schreibt Simon Reynolds in seinem Geniestreich „Rip It Up And Start Again“. Weil Punk hierzulande fast ausschließlich ein Phänomen der Kunsthochschulen gewesen sei und frei von klassenkämpferischen Aspekten, wie sie im britischen Punk zutage traten. Als Die Radierer 1980 auf dem frisch gegründeten ZickZack Label ihre erste Single „Angriff auf’s Schlaraffenland“ veröffentlichten, klang das tatsächlich wie Devo mit einem krakeelenden Jonathan Richman als Sänger. Texter Christian Bodenstein und Jürgen Beuth, der musikalische Direktor, betrieben die Dekonstruktion des Mythos Rock wie eine Mischung aus Konzeptkunst-Inszenierung und Sandkastenspiel: „Pubertät. Die andern machen’s schon, ich weiß noch nicht wie’s geht“, beschwerte sich Bodenstein zu einem zickig-poppigen, bisweilen auf Kinderinstrumenten gespielten Postpunk, dessen Humor immer auch etwas dezent Tabubrecherisches besaß: Lieber ein ewiger Kindskopf sein, als ein sich ernst nehmender Rocker. Beuth war dazu noch Mitglied bei den Art-Punks von The Wirtschaftswunder, Bodenstein experimentierte bei Korpus Kristi mit No Wave und Noise-Rock. Nach drei Alben – in einer zum negativen veränderten deutschen Musikszene - legten Die Radierer Mitte der 80er erst einmal eine sehr lange Pause ein und schufen sich zwischen Frankfurt und England eine neue Infrastruktur.

Das neue Album “Der Andalusische Bär“ ist mehr als ein großartiges Comeback. Die Radierer sind zwar immer noch in erster Linie Beuth und Bodenstein. Doch die Neuzugänge Lilith Winter (Bass), Mitchiko Tsubaki (Keyboards, Vocals) und Manfred Masal (Gitarre) haben dem Sound der Band eine größere Komplexität verliehen.

„Die schönste Frau der Welt ist ein Mann. Der tollste Kerl der Welt ist eine Frau“, singt Bodenstein, doch nichts liegt ihm ferner, als sich mit Gender-Diskursen wichtig zu machen. Lieber verdient er mit dem Schreiben schwuler Pulp-Romane noch ein paar Euro extra. „Sextourist“ präsentiert sein Thema dann auch wie die Comic-Version eines Michel-Houellebecq-Romans: „Ich bin ein Sklave meiner Triebe, eigentlich suche ich die Wahre Liebe“. Der Gleichklang von Ware und Wahre ist dem Sänger dabei sicher bewusst. Auch die musikalische Komponente des Songs bewegt sich genüsslich zwischen dem triebhaften Sex-Beat des Electro-Clash und der koketten Großäugigkeit des klassischen Pop. Auch die anderen Songs von „Der Andalusische Bär“ stecken voller mitreißender Melodien, bizarrer Comic-Fantasien und hemmungsloser Experimentierfreude. The B-52’s sind sicherlich Brüder und Schwestern im Geiste, auch wenn Die Radierer noch ein Stück weiter gehen.

Die Band legt übrigens Wert auf ihren Status als „Nicht-Musiker“, was für den begnadeten Multiinstrumentalisten Jürgen Beuth nur sehr bedingt gilt. Auch er hat, wie alle Mitglieder der Radierer, in den letzten Jahren vor allem im Theaterkontext gearbeitet. Bodenstein hat sogar zusammen mit René Pollesch - einem der wichtigsten deutschsprachigen Autoren und Regisseure - Stücke geschrieben (z.B. „Passionsspiel (Sex and the City)“) und in Polleschs Inszenierungen als Schauspieler mitgewirkt („Ich schneide schneller“).

Diese Band weiß genau was sie tut: Comics, Niedlichkeit, Albernheit und Drastik sind Stilmittel und Ausdrucksformen einer bewusst gewählten Kunstsprache. Authentizität wird hier ebenso hartnäckig verweigert wie bei den Kollegen von F.S.K. Eins der schönsten und konsequentsten Stücke von „Der Andalusische Bär“ ist deshalb das von Mitchiko Tsubaki gesungene „Ein Ton“: „Ein Ton, ein Ton und schon hat man ein Lied. Ein Ton genügt, für ein gutes Lied“. Semantische Präzision trifft wimpernklimpernde Naivität. Beuth variiert tatsächlich nur einen Ton, und springt zwischen DAF, Acid-House, Techno und LCD Soundsystem munter hin und her. So als wären Post-Punk, Post-Rock und Post-Techno letztlich ein und dasselbe: Ein Freiraum, den es zu nutzen gilt. “Rip It Up And Start Again“.

 

Die Presse über DIE RADIERER

" .. mit dieser LP haben sich Die Radierer eindeutig zur besten undeutschen Band aufgeschwungen. Das neue Mediumquartett ist da. Hängt sie ans Bundesverdienstkreuz." Spex

"Punk in der Eisdiele - allenthalben formieren sich die Protagonisten der ersten Punkstunde neu: Fehlfarben, Male, DAF- und nun Die Radierer. Die Kleinstädter spielten ja auch keinen hinterwäldlerischen Proletenpunk, sondern schräge avantgardistische Musik voll dadaistisch-subversivem Humor. In den Großstädten waren sie die Überraschung. Das war wie eine Fußballmannschaft die aus der Provinz kommt und dann die heimischen Stars schlägt." Frankfurter Rundschau 2003

"Wohl dem der die drei original LPs jener Limburger Formation hat, deren Markenzeichen das unnachahmliche Subversive ist, von dem Gruppen wie Die Ärzte nur träumen können. Diese Best-of -CD macht irre Spaß. Einsteigern sehr empfohlen und eigentlich hat das Oeuvre der Radierer verdient komplett neu aufgelegt zu werden."
Das Dosierte Leben

Diskografie DIE RADIERER

Cowboys auf Zebras
LP / WSD Schallplatten / 2003

Non dom tapes 79/80
10inch LP / WSD Schallplatten / 2002

Gott & die Welt
Picture Disc / ZickZack 210 / 1984

...in Hollywood
LP / ZickZack 180 / 1983

Eisbären & Zitronen
LP / ZickZack 25 / 1981

Angriff auf's Schlaraffenland
4-Track-7” / ZickZack 12 / 1980

 
 
   
 

 

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