BROCKDORFF KLANG LABOR
 

BROCKDORFF KLANG LABOR

 

   




BROCKDORFF KLANG LABOR
Fälschung der Welt


CD + Download VÖ: 05/10/2012
ZickZack ZZ 2036
CD mit 3D-Cover und beiliegender Brille.

Booking Amadis
fabian@amadis.net

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Vinyllabel:
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Vertriebe CD:
Indigo (D+A) / Musikvertrieb (CH)

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BROCKDORFF KLANG LABOR
Die Fälschung der Welt

"Die Fälschung der Welt" hat sich längst über das Handschuhfach der schnellen Versprechen in unser aller Leben gemogelt. Das war vor uns so und wird wohl auch nach uns so bleiben. Da dürfen Meisterfälscher der Baureihe Kujau nur noch neidisch mit den Pinseln wedeln. Die massiven Fälschungen innerhalb der Weltpolitik können wir gegebenenfalls noch decodieren. Und wenn Waffenarsenale erfunden werden, um Eroberungsfeldzüge anzuzetteln, schrecken wir gern auch einmal für ein paar Sekunden von unserem verständigen Ohrensesselbiotop auf. Wenn unser Bundespräsident einen unkoscheren Immobilienerwerb vornimmt und dabei gleich mal noch versucht, die hiesige Pressefreiheit einzuschränken, lächeln wir angewidert und doch milde. Wenn uns RTL 2 eine ungelenke Scripted Reality-Blase unseres Alltags bastelt, welche eigentlich zu übersteigertem Selbsthass führen müsste, wenn wir sie ernst nehmen würden, winken wir wissend ab und schwadronieren über sogenannte Unterschichtenfernsehen-Mechanismen.

Aber was ist, wenn wir nach der Wahrheit suchenden Popkultur-Checker selbst wehrlos der "Fälschung der Welt" zum Opfer fallen? Da reicht es schon, wenn wir diverse musikalische Neudefinitionen zum unverwundbaren Underground erklären, welche doch auch schon mit den Geburtswehen vom Markt aufgesogen wurden. Wann gibt es eigentlich den ersten Auftritt eines britischen Dubstep-Produzenten beim "Musikantenstadl"? Oder das Für und Wider in Sachen Neue Medien und Musik oder die aktuelle GEMA-Diskussion: Was ist gut und was ist falsch? Weiß das wirklich noch jemand? All diese und noch viele andere Fragen stellte und stellt sich auch das Leipziger Trio Brockdorff Klang Labor. Eine Frage, die seit Jahrzehnten durch den Gedankenäther schwebt, beantwortet ihre neue Platte "Die Fälschung der Welt" schon einmal ad hoc. Ja, politische Überlegungen, Äußerungen und auch Visionen inmitten eines pumpenden, clonkenden, hoppenden, upliftenden und modernistischen Popmusik-Schöngeistes sind nachwievor möglich und im Falle BKL auch überaus sinnstiftend.

Da wird mit dem visionären Situationisten Guy Debord milieubetrachtend Lied-sinniert, als wäre Joni Mitchell auch noch am narrativen Bahnsteig ausgestiegen. Da wird bei den beiden Floorpop-Fegern "Sad-Eyed Punk" und "Escapism Is Over" der von Ladytron und Client bewohnte Wave-Kühlraum aufgeschlossen, um gleißendes Sonnenlicht auf die willigen Fliesen zu werfen. Und gerade bei eben jenen zwei künftigen Floorfillern kommt das ständige Selbsthinterfragen in der Arbeit von Nadja von BROCKDORFF, Sergej KLANG und Ekki LABOR eindeutig und sympathisch zur Geltung. Fordern sie uns mit "Sad-Eyed Punk" noch auf, das Land zu verlassen, was einem bei "BILD"-Schlagzeilen zur Fußball-Europameisterschaft wie "Deutsches Heimspiel in Breslau" auch gar nicht mehr schwer fallen sollte, revidieren sie selbst dieses Vorhaben in "Escapism Is Over". Sie stellen dort fest, dass der Ausweg aus dieser ganzen Weltfälschungsmisere kein geografischer sein kann. Chapeau für so viel Think In Progress! Innerhalb ihrer ersten Single-Auskopplung "1989" benutzen sie die in jenem Jahr stattgefundenen Brachialumwälzungen als aktionistischen Teppich für eine ur-persönliche, erwärmende Geschichte. Solch umsichtige Handhabe koppelt ja dann doch schon ertragreich an die Songwriting-Schule eines Paddy McAloon oder Green Gartside an. Beifall auch dafür.

Ihr definitiver Manifest-Song "Festung Europa", der sich völlig folgerichtig auf dem elften Platz der SPEX-Redaktionscharts 2011 wiederfinden durfte, hinterfragt den europäischen Gedanken mit Hilfe eines magnetisierenden, britisch-tümelnden Synthpop-Korridors, verbunden mit Atmosphären, die dich an die plüschig-kantige Doppelbödigkeit des einstigen The Beloved-Schmeichlers "Sweet Harmony" erinnern. Hier verhandeln Brockdorff Klang Labor die unumwundene Tatsache, dass das freie, große Umarmungs-Europa nur einen Steinschlag von einer Festung entfernt ist. In ihrer Heimatstadt Leipzig toben dieser Tage unnachgiebige Kämpfe, geführt von der einheimischen Stadtbevölkerung gegen die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern. Und dies gepaart mit einem unerträglichen, rassistischen Unterton. Wenn nämlich der eigene Gartenzaun "in Gefahr" ist, schwingen sich “brave” Leipziger zu "Bürgerrechtlern" auf, um gegen Mitmenschen zu Felde zu ziehen, welche in ihrer Heimat dank wahrem Bürgerrechtlertums zu Asylsuchenden wurden. Festung Leipzig...Festung Deutschland...Festung Europa!

Diesen und noch viele weitere Stachel setzt Brockdorff Klang Labor mittels ihrer neuen Lieder. Diese Stachel schmerzen und klingen doch so zuckersüß. Das ist Scritti Politti! Das ist Righeiras "Vamos A La Playa"! Das ist Pet Shop Boys! Und vor allem ist das Brockdorff Klang Labor, wie wir es seit ihrer ersten Platte "Mädchenmusik" von 2007 kennen, schätzen und lieben gelernt haben. Und mit Alfred Hilsbergs Speerspitze hiesiger Label-Consciousness ZickZack und den Produzenten Tobias Levin und Bob Humid wurden für dieses Adult Pop-Überalbum mit zum Albumtitel passender 3D-Cover-Optik die felsenfesten Brüder im Geiste gefunden.

Spätestens hier weiß man, dass für "Die Fälschung der Welt" alles Gute zusammenkam, um wenigstens partiell der Reality das Scripted abzuluchsen. Und ich schätze mich einmal mehr überglücklich, dass es die Band

Brockdorff Klang Labor gibt.

Donis

Diskografie:
Frohe Schritte EP (2007 / ZZ 2014)
Mädchenmusik (2007 / ZZ 2019)
1989 Single (Download, 31.08.2012)
Die Fälschung der Welt (2012 / ZZ 2036)

 

Die Presse über das Vorgänger-Album “Mädchenmusik” (2007):

“Viele Textzeilen möchte man sich als Installation aus Krepppapier an die Wand kleben, so voller Schönheit und Wahrheit sind sie…”
FAZ

“Das alles (…) und noch viel mehr macht das Debütalbum ‘Mädchenmusik’ von Brockdorff Klang Labor zu einem der besten Alben dieses Jahres!”
INTRO #154 / Oktober 2007

“Stehende Ovationen” - 4,5 von 5 Sternen
MUSIKEXPRESS / November 2007

“Dem Leipziger Trio ist ein Elektro-Pop Meisterwerk gelungen (…) Die Musik wird einfach nicht langweilig, so oft man sie auch hört.”
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG / 07. September 2007

“…aus dem Brockdorff Klang Labor swingt Pop, locker wie ein Faltenrock beim Tanz. (…) Raffiniert schüttelt das Trio den Staub aus allen historischen Andeutungen zu Diskorhythmen. (…) Jedem glucksenden Plopp und Boing sitzt ein Schalk aus versteckten Kommentaren im Nacken. (…) In Anlehnung an Gilles Deleuzes Abhandlung Le Pli (Die Falte) könnte man diese Technik verborgener Zitate Plissee-Pop nennen. Die Drei vom Brockdorff Klang Labor bügeln ihre Songs in Musikmaschinen zu großen Falten und kleinen Rüschen, und darunter, in der Vertiefung, liegen die kurzen Gewebefäden alter Originale…”
DIE ZEIT / 26. September 2007

“Hier tut sich ein ganzes Wörterbuch an Neo-Pop auf: urbaner Elektro-Pop vereint sich mit Dancehall und Brit-Pop der ersten Stunde zu einer Synthese allererster Sahne. Ziemlich durchgeknallt. Aber gut.”
INTRO #155 / November 2007


 
 
   
 

 

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